Wohnen in Karlshorst, Berlin
Eine Wohn-"Insel" in Lichtenberg. Jugendstilvillen, baumbestandene Alleen, fast vorstädtische Atmosphäre. Bekannt für die historische Trabrennbahn und das Museum der deutschen Kapitulation.
Geschichte und Identität
Karlshorst entstand Ende des 19. Jahrhunderts als Villenkolonie am östlichen Rand Berlins, geplant für eine Bourgeoisie, die der Industriestadt entfliehen wollte. Es wurde rund um die Trabrennbahn Karlshorst angelegt, die 1894 eröffnet wurde und noch heute aktiv ist. 1920 in Berlin eingemeindet. Nach dem Krieg fiel Karlshorst in die sowjetische Besatzungszone und beherbergte das sowjetische Militärhauptquartier in Deutschland (bis 1994): In der Kommandeurvilla wurde am 8. Mai 1945 die deutsche Kapitulation unterzeichnet, die den Zweiten Weltkrieg in Europa beendete. Die sowjetische Präsenz verlieh Karlshorst eine doppelte Identität: wohnlich für die Deutschen, "russische Stadt" für die Militärs. Heute ist es ein ruhiges Viertel, wieder vollständig deutsch, Teil des Bezirks Lichtenberg.
Was dich erwartet
Restaurierte Jugendstilvillen, Einfamilienhäuser mit Garten, einige Wohnblöcke der 60er-80er, neue Gebäude in den ehemaligen sowjetischen Kasernenarealen. Baumbestandene Alleen, ruhige Straßen. Die Bewohnerschaft ist überwiegend deutsche Mittelschicht, einige alteingesessene russische Familien (Reste der Besatzungszeit), einige junge Berufstätige, die hier moderatere Preise als in zentralen Vierteln fanden. Fast vorstädtische Atmosphäre, Dorfleben, kein Tourismus (außer dem historischen Museum).
Verkehr
S-Bahn S3 (Karlshorst). Straßenbahnen 21, 27, 37. Busse 296, 396. Alexanderplatz in 18 Minuten mit der S3. Hervorragend zum Radfahren: breite Alleen, ebenes Gelände, Radwege.
Was du im Viertel machen kannst
Deutsch-Russisches Museum in der historischen Villa, wo die deutsche Kapitulation unterzeichnet wurde (8. Mai 1945) — Pflichtbesuch für die Geschichte, freier Eintritt. Trabrennbahn Karlshorst — historische Trabrennbahn, noch aktiv, Rennen im Sommer. Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) am Rand — eine der Berliner Hochschulen. Tierpark Berlin zu Fuß erreichbar (siehe Friedrichsfelde). Wuhlheide, Wald im Süden mit MTB- und Joggingstrecken. FEZ Wuhlheide, das größte Kinder- und Jugendzentrum Deutschlands. Kiezcafés auf der Treskowallee.
Für wen es ideal ist
Familien und junge Berufstätige, die eine ruhige "Wohninsel" 18 Minuten mit der S-Bahn vom Zentrum suchen, HWR-Studenten, geschichtlich Interessierte. Weniger geeignet für jene, die intensives Abendleben, Trendrestaurants, zentrale Berlin-Atmosphäre suchen.