Wohnen in Weißensee, Berlin
Nordöstliche Erweiterung von Pankow, rund um den weißen See. Ein Viertel im langsamen Wandel, noch bezahlbar, mit kleinen Seen und echtem Straßenleben.
Geschichte und Identität
Weißensee verdankt seinen Namen dem Weißen See, um den herum es seit dem Mittelalter als ländliches Dorf wuchs. Im 19. Jahrhundert wurde es Sommerziel der Berliner Bourgeoisie, mit Seeufervillen und Sommergärten. Zwischen den Weltkriegen war hier das DEFA-Atelier Weißensee (eines der größten Filmstudios Deutschlands) angesiedelt und eine blühende Künstlergemeinschaft. In der DDR beherbergte es viele Intellektuelle und Künstler, dank des toleranteren Milieus des benachbarten Prenzlauer Berg. 1920 in Berlin eingemeindet, gehört es heute zum Bezirk Pankow. Es bewahrt eine Atmosphäre zwischen ländlich und bohème und zieht zunehmend Junge an, die aus Prenzlauer Berg verdrängt wurden.
Was dich erwartet
Heterogenes Gewebe: schöne wilhelminische Altbauten, Mehrfamilienhäuser der 20er und Rationalismus, DDR-Blöcke, einige historische Villen. Breite Straßen, Innenhöfe, Bäume überall. Die Bewohnerschaft ist ein Mix aus alteingesessenen Senioren, jungen deutschen Familien, Künstlern, einigen Expats, die günstigere Alternativen zu Prenzlauer Berg suchen. Authentisches Kiezleben, Wochenmarkt, unabhängige Cafés, eine neue Buchhandlung. Kein Tourismus, kein schweres Nachtleben.
Verkehr
Straßenbahnen M4, M12, M13, 12 (Weißensee ist eines der wenigen historischen Berliner Viertel ohne S-Bahn oder U-Bahn — das Tramnetz ist sehr dicht). Busse 156, 158, 255. Alexanderplatz in 25 Minuten mit der Tram M4. Hervorragend zum Radfahren: baumbestandene Alleen, ebenes Gelände, direkte Radwege Richtung Prenzlauer Berg.
Was du im Viertel machen kannst
Weißer See mit dem Strandbad Weißensee — eines der historischen Seebäder der Stadt, restauriert. Tretboote, Seerestaurant, Bäume. Brotfabrik (ehemalige Bäckerei, umgebaut zu Programmkino, Galerie, Theater). Kunsthochschule Weißensee — Akademie für angewandte Künste, zieht internationale Studierende an, offene Ausstellungen. Jüdischer Friedhof Weißensee — der größte jüdische Friedhof Europas (115.000 Gräber), tief bewegend. Caligariplatz als Kiezmitte, mit Trams, Wochenmarkt. Bars und Restaurants neuer Generation (Sucre, Caligari Salon). Wabe und Stadthalle für Konzerte.
Für wen es ideal ist
Junge Berufstätige und Künstler, die bezahlbare Alternativen zu Prenzlauer Berg suchen, junge Familien, die Platz und Kiezatmosphäre wollen, Studenten der Kunsthochschule. Grün- und Seeliebhaber. Weniger geeignet für jene, die nicht mit der Tram unterwegs sein wollen, eine U-Bahn brauchen oder intensives Nachtleben suchen.