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Wohnen in Dún Laoghaire, Dublin
Eine viktorianische Küstenstadt und ehemaliger Fährhafen 12 km südlich des Dubliner Stadtzentrums — der größte künstliche Hafen Westeuropas, zwei lange Granitmolen, gründerzeitliche Reihenhäuser über der Bucht, die DART in 20 Minuten in die Stadt und ein bemerkenswert entspannter Küsten-Lebensrhythmus.
Dún Laoghaire (ausgesprochen dan liiri) ist eine Küstenstadt am Südufer der Dubliner Bucht, etwa 12 km südlich des Dubliner Stadtzentrums, an die Stadt durch die S-Bahn-Linie DART in rund 20 Minuten angebunden. Ursprünglich ein kleines Fischerdorf, wurde es Anfang des 19. Jahrhunderts durch den Bau eines riesigen künstlichen Hafens — bis heute einer der größten Westeuropas — und die Ankunft der Eisenbahn 1834 verwandelt. In der viktorianischen Ära in Kingstown umbenannt und nach 1921 wieder Dún Laoghaire genannt, wurde die Stadt zu Dublins Seebad und einem seiner begehrtesten Vororte, mit langen viktorianischen Häuserreihen, die sich die Hänge über der Bucht hinaufziehen. Der Auto-Fährbetrieb nach Großbritannien, der die Stadt zwei Jahrhunderte lang prägte, endete 2015, doch der Hafen, die Molen, die gründerzeitliche Architektur und die Promenaden bleiben — und die Stadt hat sich als ruhigeres Küstenwohngebiet mit eigener starker Identität neu erfunden.
Was es ist
Eine mittelgroße Küstenstadt mit klarer linearer Struktur: ein aktiver Hafen und ein Yachthafen im Norden, das Royal Marine Hotel und die DLR Lexicon-Bibliothek am Hang darüber, die Haupteinkaufsstraße (George's Street), die südwestlich parallel zur Küste verläuft, und viktorianische sowie edwardianische Häuserreihen, die fächerförmig den Hang hinauflaufen. Die beiden großen Granitmolen — der East Pier (1,3 km, mit seinem viktorianischen Pavillon aus den 1840er Jahren und Leuchtturm) und der West Pier (1,5 km, wilder und weniger ausgebaut) — rahmen den Hafen ein. People's Park, der Café- und Restaurantkomplex Pavilion, das National Maritime Museum, der James Joyce Tower (der Martello-Turm im benachbarten Sandycove, mit dem Joyces Ulysses beginnt) und die Badestelle Forty Foot sind die wichtigsten Wahrzeichen. Die Stadt ist Verwaltungssitz des Dún Laoghaire-Rathdown County Council, getrennt von der Stadt Dublin.
Wer hier wohnt
Eine Mischung aus alteingesessenen Dubliner Familien mit tiefen lokalen Wurzeln, Berufspendlern, die per DART ins Zentrum fahren, Rentnern, die die Meerluft und die ebenen Spazierwege schätzen, und einem wachsenden Anteil jüngerer Mieter, die aus dem teuren Inner South verdrängt werden. Das Institute of Art, Design and Technology (IADT) liegt direkt in Dún Laoghaire und bringt eine kleine Studentenpopulation mit sich. Das Durchschnittsalter ist höher als in den zentralen Dubliner Vierteln, die Atmosphäre ruhiger und gesetzter — näher an einer Kleinstadt am Meer als an einem Dubliner Vorort. Kaufpreise und Mieten liegen über dem Dubliner Durchschnitt, aber unter den teuersten Süd-County-Lagen (Blackrock, Monkstown, Killiney).
Tagsüber
Ein entspanntes Küstenstadt-Tempo. Morgens strömen die DART-Pendler zu den Stationen Dún Laoghaire und Salthill & Monkstown; tagsüber liegt der Fokus auf den Molen, dem Hafen und den Parks. Der East Pier ist einer der beliebtesten Spaziergänge Dublins — ein 1,3 km langer Granitweg, der in die Bucht hinausführt, an trockenen Wochenenden voll mit Familien, Joggern und Hundebesitzern, aber lang genug, dass es nie überfüllt wirkt. Die Cafés am Pavilion, die Lexicon-Bibliothek und die Hafenkante füllen sich mit der Morgenkaffee-Klientel. Der Sonntagsmarkt im People's Park zieht eine starke lokale Beteiligung an — Essen, Handwerk, Trödel. Eine Radtour an der Küste entlang und in den Hafen hinein ist wirklich schön. George's Street hat den Alltagsrhythmus einer arbeitenden Stadt.
Abends
Ruhig, aber nicht tot. George's Street und Marine Road halten eine konstante Reihe von Pubs (The Purty Kitchen, The Forty Foot, Walter's) und Restaurants bereit, von casualer Meeresküche bis zu gehobenerer Küche (Cavistons, der traditionsreiche Fischhändler-Restaurant im benachbarten Glasthule, ist ein Ziel). Der Pavilion-Komplex am Hafen bietet von seiner Terrasse aus Buchtsicht und ist im Sommer voll. Die Lexicon-Bibliothek veranstaltet abends Lesungen und Ausstellungen. Das Tempo ist klar das einer Küstenstadt, nicht einer Metropole — die meisten Pubs sind nach 23 Uhr ruhig, die Straßen leeren sich früher als im Dubliner Zentrum, und das späte Nachtleben verlagert sich per letzter DART (gegen 23:30 Uhr) ins Zentrum. Für einen ruhigen Küstenabend mit Hafenlichtern und dem Geräusch von Segeltauen ist Dún Laoghaire schwer zu schlagen.
Unterwegs
Hervorragender Schienenverkehr, ordentlicher Bus, kein Luas. Die DART ist das Rückgrat — die Stationen Dún Laoghaire-Mallin, Salthill & Monkstown und Sandycove & Glasthule verbinden die Stadt in 18-22 Minuten mit dem Dubliner Zentrum, tagsüber alle 10-15 Minuten. Dublin Connolly in 22 Minuten, Pearse (für Trinity College) in 17, Tara Street etwa 19. Mehrere Dublin-Bus-Linien (4, 7, 7A, 46A, 75) bedienen die Stadt mit langsameren Innenstadtverbindungen und nützlichen Anschlüssen an Vororte abseits der DART. Aircoach fährt direkt zum Dubliner Flughafen (etwa 45 Minuten). Mit dem Rad ins Zentrum entlang der Küstenroute S2C sind 45-50 angenehme Minuten für Geduldige; in der Stadt selbst ist Radfahren einfach und die Promenaden-Radwege sind gut gepflegt. Parkplätze gibt es, sind aber gebührenpflichtig und an Wochenenden voller.
Essen und einkaufen
Der tägliche Einkauf ist entlang George's Street und Patrick Street gut abgedeckt — ein Tesco, Dunnes Stores, Lidl und mehrere kleinere unabhängige Geschäfte. Cavistons in Glasthule (das nächste Dorf südlich) gehört zu den besten Fischhandlungen und Feinkostläden Dublins. Der Sonntagsmarkt im People's Park deckt handwerkliche Lebensmittel, Brot, Käse und Kunsthandwerk ab. Die Restaurants sind stärker, als der ruhige Abend der Stadt vermuten ließe — Meeresküche (das Hafen-Erbe zeigt sich), italienisch, indisch, Gastropubs und eine kleine, aber solide Café-Szene. Für umfassenderes Shopping ist das Dundrum Town Centre 15-20 Minuten mit dem Bus entfernt und das Stadtzentrum 20 Minuten mit der DART. Die DLR Lexicon-Bibliothek ist eine der besten öffentlichen Bibliotheken Irlands, mit einem reichen Programm kostenloser Veranstaltungen.
Wann NICHT
Lass Dún Laoghaire aus, wenn dein Alltag im Zentrum stattfindet — selbst mit 20 Minuten DART summieren sich die Wege, wenn du mehrmals am Tag rein- und rauspendelst, und das Ende der letzten nächtlichen DART bedeutet, dass ein Taxi nach Hause aus einem Stadtabend jedes Mal 25-30 € draufschlägt. Lass es aus, wenn du fußläufiges Nachtleben oder eine dichte studentische Bar-Szene willst — gibt es hier nicht. Lass es aus, wenn du das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Miete suchst — Dún Laoghaire ist teurer als vergleichbare Küstenoptionen der Northside (Clontarf, Raheny). Das Küstenklima ist real — Wind von der Bucht, Salz an den Fenstern, graue Wintertage — was manchen Bewohnern guttut und andere zermürbt.
Dún Laoghaire ist die richtige Wahl für Mieter, die eine gesetzte, küstennahe Kleinstadt mit gründerzeitlichem Wohnbestand und schneller Stadtanbindung suchen — DART-Pendler, die lieber ans Meer als in eine Reihenhaussiedlung heimkommen, IADT-Studierende und -Beschäftigte, Berufstätige, die Molen und Hafenspaziergänge dem Nachtleben des Zentrums vorziehen, und alle, denen Wohnen mit Blick auf die Bucht 20 Pendelminuten wert ist. Die Kombination aus Hafen, Molen, gründerzeitlicher Architektur, Lexicon-Bibliothek und entspanntem Rhythmus macht es zu einem der unverwechselbarsten Orte zum Wohnen im Großraum Dublin.