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Wohnen in Mitte, Berlin
Das historische und politische Herz Berlins. Museen, Ministerien, internationale Hotels, und eine neue Generation tech-kosmopolitischer Bewohner, die den Hinterhöfen wieder Leben eingehaucht hat.
Mitte (wörtlich "Mitte") ist Berlins historischer Bezirk, wo Brandenburger Tor, Museumsinsel, Bundeskanzleramt, der Großteil der Botschaften und der internationalen Hotels zusammenkommen. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, unter der DDR wiederaufgebaut, und nach der Wiedervereinigung wurde es zum Schwerpunkt des "offiziellen" Berlins. Aber in den letzten zwanzig Jahren hat es sich auch mit Startups, Kunstgalerien, Chef-Restaurants gefüllt — heute ist es vielleicht das kosmopolitischste Viertel der Stadt.
Wer hier wohnt
Eine besondere Mischung. Fachkräfte aus internationalem Tech und Finance (Hauptsitze von N26, Zalando, Dutzende Startups), gut verdienende Expats, eine Schicht von Künstlern und Galeristen aus den 90ern, als Mitte noch günstig war, einige langjährige bürgerliche deutsche Familien, Diplomaten. Fast keine "Arbeiterklasse" — die Preise erlauben es nicht mehr.
Wie es tagsüber ist
Geordnetes, internationales Leben. Die Hauptstraßen (Unter den Linden, Friedrichstraße) sind von Tourismus und Büros dominiert. Aber die Höfe — verbundene Hinterhöfe der alten jüdischen Viertel um den Hackescher Markt — sind eine eigene Welt: Galerien, Design-Cafés, Indie-Boutiquen, Samstagsmärkte. Rosenthaler Straße, Auguststraße, Sophienstraße bündeln das interessanteste Angebot.
Wie es abends ist
Lebhafte aber elegante Abende. Hochwertige Cocktailbars, Chef-Restaurants (Mitte hat eine hohe Konzentration von Michelin-Sternen), moderne deutsche Weinbars. Wenige Heavy-Club-Lokale — die sind in Friedrichshain und Kreuzberg. Sommernächte sind lang; Restaurants mit Außenbestuhlung an den Plätzen (Hackescher Markt, Monbijouplatz) sind bis spät voll.
Sich bewegen
Alle Hauptlinien der U-Bahn (U2, U6, U8) und S-Bahn (S5, S7, S9) führen durch Mitte. Hauptbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße sind die Hauptknoten. In 20 Minuten geht man vom Brandenburger Tor zum Alexanderplatz. Räder sind verbreitet. Autoverkehr ist dicht — besser kein eigenes Auto.
Essen und einkaufen
Wenige große Supermärkte im Herzen von Mitte (die Preise rechtfertigen sie nicht), aber Edeka, Rewe und Bio Company decken den Bedarf. Für Frisches der Markt am Hackescher Markt donnerstags und samstags. Viele Spätis. Die Gastronomieszene ist riesig und vielfältig: modernes Deutsch, asiatisches Fine Dining, internationale Brunches, Sushi, Levantine. Die Friedrichstraße ist teuer, die Seitenstraßen bieten Besseres.
Wann NICHT wählen
Wenn du unterdurchschnittliche Preise willst. Mitte hat die teuersten Rechnungen der Stadt, sowohl Miete als auch Nebenkosten. Wenn du das "alternative Berlin" suchst — Mitte ist Mainstream und Business geworden. Wenn du einen Kiez mit engem Nachbarschaftsleben brauchst, wo Nachbarn sich kennen: Die internationale Fluktuation ist sehr hoch und die Gemeinschaftsidentität schwächer als anderswo.
Mitte ist die richtige Wahl, wenn du im Zentrum arbeitest, die Lage und die Servicekonzentration willst, und akzeptierst, dass der Alltag mehr "Stadt" als "Kiez" sein wird. Für viele Kurz- bis Mittelfrist-Expats ist es die natürliche erste Wahl.