Landwehrkanal entlang des Maybachufers, Neukölln

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Wohnen in Neukölln, Berlin

Multikulturell, kochend, in ständiger Verwandlung. Neukölln ist der Kiez, in den sich in den letzten fünfzehn Jahren die kreative Energie verlagert hat, die in Kreuzberg war, und der dabei zugänglichere Preise hält.

Neukölln ist ein großer Bezirk (Südost-Berlin), aber wenn man von "Neukölln" als residenziellem Kiez spricht, meint man üblicherweise den Norden — Reuterkiez, Schillerkiez, Rixdorf, Körnerkiez. Es ist historisch ein Arbeiter- und Einwandererviertel (türkisch, arabisch, balkanisch), und gehört noch zu den deutschen Bezirken mit dem höchsten Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund. In den letzten fünfzehn Jahren hat es gentrifiziert, ohne den multikulturellen Charakter zu verlieren.

Wer hier wohnt

Eine stark geschichtete Bevölkerung. Die arabische Community (libanesisch, palästinensisch, syrisch) und türkische ist historisch und zahlreich, vor allem an der Sonnenallee und Karl-Marx-Straße. Eine große Schicht junger kreativer Expats (Italiener, Spanier, Franzosen, Israelis) angezogen von niedrigeren Preisen als Kreuzberg. Studenten. Linke deutsche Familien. Eine historisch arme Bevölkerung noch stark.

Wie es tagsüber ist

Intensives Straßenleben. Der Hermannplatz ist der zentrale Knoten, mit den Karstadt-Warenhäusern (in Renovierung) und der U-Bahn-Station. Das Maybachufer, entlang des Landwehrkanals, beherbergt denselben Türkenmarkt wie Kreuzberg (Dienstag und Freitag) — es ist Teil der Grenze. Die Sonnenallee ist Berlins "Arab Street": libanesische Konditoreien, türkische Supermärkte, Shawarma aller Art. Das Tempelhofer Feld — der zum öffentlichen Park umgewandelte ehemalige Flughafen — ist die grüne Lunge, einer der beliebtesten Orte der Berliner.

Wie es abends ist

Lebhafte aber ruhigere Abende als Kreuzberg/Friedrichshain. Naturweinbars, israelische Lokale, Kebabs zu jeder Stunde, einige Live-Musik-Lokale. Die Straßen des Reuterkiezes (So-Do) sind voller Expat-Gruppen, die sich alle kennen — Neukölln ist einer der Kieze, wo die internationale Community am dichtesten ist.

Sich bewegen

U7 (Hermannplatz, Rathaus Neukölln, Karl-Marx-Straße), U8 (Hermannplatz, Boddinstraße, Leinestraße), Ringbahn (Sonnenallee, Hermannstraße, Neukölln). Die S-Bahn deckt den Osten ab. Räder verbreitet. Der südliche Neukölln (Britz, Rudow) ist weiter entfernt und weniger angebunden.

Essen und einkaufen

Türkenmarkt (Di, Fr), türkische und arabische Supermärkte (Bahar, Üreten). Deutsche Discounter (Lidl, Aldi). Die Gastronomieszene ist eine der dynamischsten Berlins: hochwertige levantinische Küche (Hummus by Marek, Azzam, Akiba), neue Third-Wave-Cafés, internationale Brunches, Ramen, vegan. Die Karl-Marx-Straße und Weserstraße bündeln die trendigsten Lokale.

Wann NICHT wählen

Wenn du Ruhe willst: Reuterkiez ist am Wochenende laut, die Sonnenallee immer voll. Wenn du dich in einem Kiez mit sichtbaren sozialen Spannungen (Gentrifizierung, Marginalität) nicht wohl fühlst. Wenn du einen "süßen und geordneten" Kiez willst: Neukölln ist schön in seiner Intensität, nicht in seiner Sauberkeit.

Neukölln ist die richtige Wahl, wenn du zugänglichere Preise als Kreuzberg/Friedrichshain mit derselben urbanen Energie willst, wenn du eine dichte internationale Community suchst, wenn nahöstliche Küche etwas ist, das dich als Teil des Alltags interessiert.

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