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Wohnen in Uranus, Bukarest
Das Viertel direkt am Fuß des Palasts des Parlaments — einst eines der charmantesten historischen Viertel Bukarests, in den 1980er Jahren fast vollständig abgerissen und neu gebaut. Heute ein seltsames, monumentales, sich wandelndes Gebiet.
Uranus — der Name kommt vom Uranus-Hügel, auf dem das ursprüngliche Viertel stand — war einst eines der markantesten historischen Quartiere Bukarests, mit schmalen verwinkelten Straßen, Häusern aus dem 19. Jahrhundert und jener organischen Stadttextur, deren Entstehung Jahrhunderte gedauert hat. Zwischen 1984 und 1989 wurde das gesamte Viertel abgerissen, um Platz für Ceaușescus Volkspalast (heute Palast des Parlaments) und das Centrul Civic zu schaffen. Der Hügel selbst wurde teilweise eingeebnet. Was heute steht, ist im Wesentlichen eine Erfindung der Kommunistenzeit — große Boulevards, monumentale Gebäude, die massive Präsenz des Palasts des Parlaments — mit einem kleinen Rand überlebender Vorkriegsfragmente an den Außenseiten.
Wer hier wohnt
Eine Bevölkerung, geprägt vom ungewöhnlichen Umfeld. Regierungs- und Ministeriumsangestellte in den Gebäuden um den Palast, eine Schicht Berufstätige und Expats in den renovierten Wohnungen, langjährige Bewohner in den kleineren überlebenden Vorkriegstaschen an den Rändern. Die Gegend ist nicht stark wohnlich; ein Großteil des Gebäudebestands ist institutionell. Die internationale Fluktuation ist mittel. Familien mit sehr kleinen Kindern sind selten — die Straßen sind überdimensioniert und die Spielplatz-Infrastruktur begrenzt.
Wie es tagsüber ist
Auffällig und ungewöhnlich. Der Palast des Parlaments beherrscht jede Aussicht — er ist buchstäblich das größte Verwaltungsgebäude der Welt nach dem Pentagon. Die Straßen sind breit, die Architektur spätkommunistisch-monumental, und ein Spaziergang durch das Gebiet kann sich anfühlen, als überquerte man ein Bühnenbild. Ein paar kleine Parks (Parcul Izvor, die Gärten um den Palast) bieten Grünraum. Der Tourismus für den Palast ist tagsüber hoch; in den umliegenden Straßen viel ruhiger.
Wie es abends ist
Ruhig. Die institutionellen Gebäude leeren sich, die Boulevards werden fast verlassen, und die Bar- und Restaurantszene im Viertel selbst ist praktisch null. Der Palast erleuchtet sich nach Einbruch der Dunkelheit eindrucksvoll — ein beliebter Abendspaziergang für Bewohner und Besucher. Für Essen und Nachtleben laufen die Bewohner 15 Minuten östlich nach Centru Vechi.
Sich bewegen
Metro M1 und M3 an Izvor liegen am nördlichen Rand. Metro M5 an Eroilor ist am westlichen Rand. Straßenbahnen und Busse auf den umliegenden Boulevards. Der Spaziergang nach Centru Vechi dauert 15-20 Minuten östlich. Die breiten Straßen machen Radfahren im Sommer ungewöhnlich angenehm.
Essen und einkaufen
Begrenzt. Ein paar Restaurants der mittleren Preisklasse in den Erdgeschossen der größeren Gebäude, meist auf Büromittagessen und Besucherströme ausgerichtet. Für mehr Auswahl laufen die Bewohner nach Centru Vechi. Der Hypermarkt Cora ist eine kurze Strecke westlich; kleine Mega Image und Carrefour Express decken den täglichen Einkauf.
Wann NICHT wählen
Wenn die historische Last der Gegend im Alltag schwer zu tragen ist — das abgerissene Viertel unter dem Palast ist eine schwierige Schicht zu ignorieren. Wenn du nicht mit der monumentalen Architektur der Ceaușescu-Ära als täglicher visueller Kulisse leben kannst. Wenn du ein Wohnviertel-Gefühl mit Cafés und Läden an jeder Ecke willst. Wenn du Vorkriegsarchitektur willst — fast nichts hat hier überlebt.
Uranus ist die richtige Wahl, wenn du dich mit der ungewöhnlichen Geschichte der Gegend auseinandersetzen kannst, große zentrale Wohnungen zu relativ erschwinglichen Mieten suchst und direkten Metroanschluss auf mehreren Linien schätzt. Eine starke Option für Leute, die in oder nahe den Ministerien rund um den Palast arbeiten, und für Mieter, die gezielt in einem der markantesten Stadtprojekte der Kommunistenzeit Europas leben möchten.