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Historische Alfama-Gasse mit weißen Häusern, Lissabon

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Wohnen in Santa Maria Maior, Lissabon

Der mittelalterliche Bairro, der das Erdbeben von 1755 überlebt hat. Schmale Gassen, Treppen überall, Fado in kleinen Lokalen, Wäsche aus den Fenstern hängend und im Sommer überall Touristen.

Alfama ist Lissabons ältester Bairro — der historische Kern, der das große Erdbeben von 1755 überlebte, während die übrige Baixa von Grund auf neu aufgebaut wurde. Der Name kommt vom Arabischen Al-hamma (die heißen Quellen) — Alfama war jahrhundertelang maurisch vor der Reconquista. Er erstreckt sich östlich der Castelo-Anhöhe und fällt in einem Labyrinth aus engen Gassen, steilen Treppen, kleinen weißen Häusern mit Azulejo-Fliesen und hängender Wäsche zum Tejo hinunter.

Wer hier wohnt

Eine starke Schicht älterer langjähriger Bewohner — alte Alfama-Familien, die nie weggezogen sind. Eine wachsende Komponente kreativer Expats, vom Ambiente angezogen. Tonnen kurzfristiger Touristenvermietungen (die AL — alojamento local), die das Viertel in den letzten 15 Jahren verändert haben. Sehr wenige Kinder, wenige junge Familien — die Räume sind klein, die Treppen mit Kinderwagen unmöglich.

Wie es tagsüber ist

Im Sommer wird Alfama von Touristen überrannt, die zum Castelo aufsteigen, zum Fado-Museum hinuntergehen, die Restaurants in den Gassen füllen. Die Hauptstraßen (Rua de São Pedro, Rua dos Remédios, Calçadinha de São Cristovão) werden ständig durchquert. Aber wenn du dich in den Seitengassen verlierst, findest du noch echtes Kiezleben: alte Frauen am Fenster, Katzen, Wäsche, gelegentlich ein spielendes Kind. Im Winter kehrt das Viertel zu seiner Dimension zurück.

Die miradouros — Santa Luzia, Portas do Sol — sind tägliche Treffpunkte. Der Blick auf den Tejo und die Stadt von dort ist einer der schönsten Europas.

Wie es abends ist

Abends erwacht Alfama. Dutzende casas de fado (Fado-Lokale) — einige touristisch, andere seriös und von Bewohnern besucht. Weinbars, traditionelle tascas (portugiesische Tavernen), Fischrestaurants. Am Largo de São Miguel und in der Rua dos Remédios ist die Konzentration hoch. Tief in der Nacht sind die Gassen still, alte Katzen schlafen auf den Treppen.

Sich bewegen

Metro Santa Apolónia (blaue Linie) — Endstation — ist der östliche Zugang. Eléctrico 28 (die historische Tram) fährt durchs Herz von Alfama. Bus 737 fährt zum Castelo. Der ganze Bairro wird zu Fuß erkundet, aber "zu Fuß" bedeutet kontinuierliches Auf und Ab: nichts ist eben. Für Leute mit empfindlichen Knien oder Mobilitätsproblemen ist Alfama hart.

Essen und einkaufen

Wenige große Supermärkte (Pingo Doce an Santa Apolónia). Für den täglichen Einkauf gibt es kleine Viertelläden. Die Gastronomieszene ist enorm: traditionelle Tascas mit Sardinen und Bacalhau, Fischrestaurants, Fado-Restaurants. Der Mercado de Santa Clara ist ein tausendjähriger Antiquitätenmarkt — die Feira da Ladra — dienstags und samstags.

Wann NICHT wählen

Wenn du absolute Stille brauchst: Die Fado-Lokale und Touristen machen Alfama bis spät laut. Wenn dich Treppen belasten (Alfama ist pure Vertikalität). Wenn du große Räume willst: Wohnungen sind im Allgemeinen klein. Wenn dich Massentourismus stört, der dein tägliches Leben durchquert.

Alfama ist die richtige Wahl, wenn du Lissabons intensivste historische Atmosphäre liebst, wenn dich die Idee, in einem mittelalterlichen Viertel mit Blick auf den Tejo zu wohnen, verführt, wenn du die Kompromisse aus Lärm und Tourismus als Teil des Pakets akzeptierst. Für viele Expats, die "für immer" bleiben, ist es der unvergesslichste Bairro.

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