Wohnen in Dahlem, Berlin
Berlins Universitätsviertel schlechthin. Sitz der Freien Universität, Akademiker-Villen, Museen und der Botanische Garten. Grün und kulturell dicht.
Geschichte und Identität
Dahlem entstand als mittelalterliches Bauerndorf auf Land des Deutschen Ordens. Ab 1898 beschloss Kaiser Wilhelm II., es in einen neuen wissenschaftlich-residentiellen Pol für Berlin zu verwandeln, eine Art "preußisches Oxford". Forschungsinstitute der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (heute Max-Planck) und Villen für die Akademiker entstanden. 1948, mitten im Kalten Krieg, wurde hier die Freie Universität Berlin (FU) gegründet, als Alternative zur Humboldt, die in der sowjetischen Zone lag. In den 50ern-70ern beherbergte Dahlem auch die großen staatlichen Museen (Museen Dahlem), die nach 2000 ins Zentrum verlagert wurden. Heute ist es ein gehobenes akademisches und residentielles Viertel, Teil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf.
Was dich erwartet
Jugendstil- und rationalistische Villen, Forschungsinstitute hinter Zäunen, gepflegte Hochschul-Campusse, baumbestandene Alleen. Niedrige Dichte, absolute Ruhe in den Seitenstraßen. Die Bewohnerschaft ist fast vollständig an die Universität gebunden: Lehrende, Forschende, Doktoranden (die FU hat 33.000 Studierende, viele wohnen aber anderswo), wissenschaftliches Personal, einige alteingesessene Familien. Intellektuelle, internationale, aber sehr zurückhaltende Atmosphäre. Kein Tourismus, kein Nachtleben.
Verkehr
U-Bahn U3 (Dahlem-Dorf, Thielplatz, Podbielskiallee, Freie Universität). Busse M11, X11, X83, 110, 285. Mitte in 30 Minuten. Hervorragend zum Radfahren: breite Alleen, ebenes Gelände, durchgehende Radwege. S-Bahn-Stationen (S1) am südlichen Rand.
Was du im Viertel machen kannst
Freie Universität Berlin — offener Campus, mit der Henry-Ford-Bau (1953-54) und dem "Brain" (Philologische Bibliothek von Norman Foster). Botanischer Garten und Botanisches Museum, einer der größten botanischen Gärten der Welt (43 Hektar, 22.000 Arten) — in jeder Jahreszeit prachtvoll, besonders die Tropenhäuser im Winter. Domäne Dahlem, historischer Lehrbauernhof mit wöchentlichem Bio-Markt. Brücke-Museum, den deutschen Expressionisten gewidmet (Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff). St-Annen-Kirche, mittelalterliche Dorfkirche (14. Jh.) wiederaufgebaut. Grunewald, Wald in Gehweite. Universitätscafés rund um den Thielplatz.
Für wen es ideal ist
Doktoranden und Forschende der FU, Hochschullehrende, Max-Planck-Wissenschaftler, Gastakademiker. Wohlhabende Familien, die Ruhe und gute Schulen suchen. Diplomaten. Weniger geeignet für jene, die alltägliches Kiezleben, vielfältige Restaurants, Nachtleben suchen — Dahlem schläft früh ein und am Wochenende ist es fast leer.