Foto: Own work, CC0, Wikimedia Commons
Leben in Nippes, Köln
WG-Zimmer Leben in Nippes, Köln - direkt von privat, ohne Makler - Köln
Nördlich der Innenstadt liegt Nippes, das Veedel, das Kölner Familien zuerst empfehlen – mit dem Markt am Wilhelmplatz, der Neusser Straße als Rückgrat, Altbauten in ruhigen Straßen und einer echten Dorfatmosphäre.
Nippes liegt nördlich der Innenstadt, zwischen Neuehrenfeld im Westen und Riehl im Osten. Es war ein eigenständiges Dorf, das 1888 von Köln eingemeindet wurde, und die lokale Identität ist bis heute stark – die Nippeser nennen sich Nippeser, und das Veedel hat eine eigene Karnevalsgesellschaft. Das Viertel gruppiert sich um den Wilhelmplatz, den großen zentralen Platz mit seinem wöchentlichen Markt und der Sankt-Marienkirche. Der Großteil der Bebauung besteht aus wilhelminischen Altbauten mit vier bis fünf Geschossen, Stuckfassaden und Innenhöfen; einige Straßen fielen Bombenangriffen zum Opfer und wurden im Wiederaufbau der 1950er Jahre ersetzt, doch große, zusammenhängende Altbauquartiere sind erhalten geblieben.
Wer hier lebt
Eine echte gemischte, aber solide mittelständische Bevölkerung mit Schwerpunkt auf Familien. Langjährige Kölner Haushalte, berufstätige Paare mit kleinen Kindern, Beamte, Lehrkräfte, Journalisten beim WDR (die Büros des großen öffentlich-rechtlichen Senders liegen am südlichen Rand), Kreative in Design und Film sowie eine starke Schicht jüngerer Mieter und Studierender in Wohngemeinschaften in Altbauwohnungen. Die internationale Bevölkerung ist moderat, aber fest verankert. Die Veedel-Identität ist außergewöhnlich stark: Die Menschen bleiben jahrzehntelang, und die Eckbäckerei kennt ihre Kundschaft.
Wie es tagsüber ist
Der Wilhelmplatz ist das Herz des Alltags. Der Wochenmarkt (dienstags, freitags und samstags) gehört zu den besten Kölns – Bauern aus dem Vorgebirge bringen Obst, Gemüse, Eier und Käse; dazu Fischstände, Bäckereien, Blumenhändler und mittags warmes Essen. Der Marktplatz ist zugleich ein öffentlicher Raum, auf dem sich Menschen zum Kaffee treffen, plaudern und ihre Hunde ausführen. Die Neusser Straße ist das Geschäftsrückgrat, das die Stadtteil von Norden nach Süden durchzieht – unabhängige Boutiquen, Buchhandlungen, Metzgereien, Bäckereien, Vintage-Mode und Designstudios. Die Sankt-Marienkirche prägt den Platz; die ehemalige Gummifabrik Clouth im Nordwesten des Viertels wurde zum Wohnquartier Clouth-Quartier umgebaut.
Wie es abends ist
Lebendig, aber nie laut. Die Neusser Straße beherbergt Dutzende Restaurants und Bars; die Straßen rund um den Wilhelmplatz füllen sich an warmen Abenden mit Menschen. Die Brauhäuser sind verlässlich – traditionelle Kneipen wie das Em Krützche in Nippes schenken frisches Kölsch aus und servieren Halve Hahn und Himmel un Ääd. Bistros und Weinbars an der Neusser Straße haben bis 23 Uhr geöffnet. Das Viertel ist familienreich genug, dass die Bars früher schließen als im Belgischen Viertel – der Rhythmus ist dennoch ausgesprochen gesellig.
Mobilität
Die Stadtbahnlinien 12, 15 und 16 halten an der Florastraße, am Nippeser Platz und am Bahnhof Nippes (S-Bahn). Die S-Bahn-Linie S6 hält am Bahnhof Köln-Nippes. Der Dom ist zwölf Minuten mit der Stadtbahn entfernt, der Neumarkt und die Innenstadt etwas weniger. Radfahren ist unkompliziert – flach, gut ausgeschildert, mit durchgehenden Radwegen entlang der Neusser Straße. Der Flughafen Köln/Bonn ist über den Hauptbahnhof in fünfundzwanzig Minuten mit der S-Bahn erreichbar.
Essen und Einkaufen
Der Markt am Wilhelmplatz ist der tägliche Anker. Für den Lebensmitteleinkauf: Rewe, Edeka, Aldi und mehrere kleinere unabhängige Läden an der Neusser Straße. Die Bäckereien sind traditionell geführt. Die Restaurants decken die ganze Bandbreite ab: Em Krützche und andere Brauhäuser für Kölsch und rheinische Küche; italienische, libanesische, vietnamesische und japanische Lokale an der Neusser Straße; Café Sehnsucht, Wendel-Kunst und mehrere Brunch-Adressen. Die unabhängigen Buchhandlungen und Designstudios im südlichen Abschnitt bewahren den Straßencharakter.
Wann Nippes nicht die richtige Wahl ist
Wer maximale Zentralität und zehn Minuten Fußweg zu den Büros der Innenstadt möchte, muss in Nippes eine Straßenbahnfahrt einplanen. Bei sehr knappem Budget gilt: Die Mieten im zentralen Nippes holen zu Ehrenfeld und der Südstadt auf, und die vollständig sanierten Altbauwohnungen liegen deutlich über dem Stadtdurchschnitt. Wer eine junge Clubszene mit Techno vor der Haustür sucht, ist in Nippes falsch, dafür ist das Viertel zu familiär. Wer eine luxuriöse, repräsentative Adresse möchte, findet diese eher in Lindenthal oder im Marienburg.
Nippes ist die richtige Wahl, wenn Sie ein starkes Veedel mit einem Wochenmarkt auf dem Platz, Altbauten mit Dielenböden, einen abendlichen Rhythmus, der lebendig, aber nicht laut ist, Schulen und Kitas in Gehweite und eine fünfzehnminütige Stadtbahnfahrt ins Zentrum suchen. Für viele Kölner Familien ist es die naheliegende Antwort auf die Frage „Wo sollen wir wohnen?“.