Leben in La Guillotière, Lyon

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Das multikulturellste Viertel Lyons auf dem linken Rhoneufer. Maghrebinische, subsaharisch-afrikanische, chinesische und Lyoner Gemeinschaften teilen sich die dichten Straßen rund um die Place du Pont und die Grande Rue de la Guillotière.

La Guillotière ist ein Quartier der Arrondissements 7 und 3, auf dem linken Rhoneufer, unmittelbar östlich der Presqu'île. Die Pont de la Guillotière – die historische Flussüberquerung, der das Quartier seinen Namen verdankt – verbindet das Bellecour direkt mit der Place Gabriel-Péri (lange als Place du Pont bekannt) im Herzen des Quartiers. Ab den 1960er-Jahren wurde La Guillotière zum wichtigsten Ankunftsort für Einwanderungswellen in Lyon – aus Nordafrika, Subsahara-Afrika und Asien – und ist heute einer der ethnisch vielfältigsten Quadratkilometer Frankreichs außerhalb von Paris und Marseille.

Wer hier lebt

Eine wirklich gemischte Bevölkerung. Beträchtliche algerische, marokkanische und tunesische Gemeinschaften – sichtbar an den Halal-Metzgereien, den Épiceries orientales und den Salons de thé entlang der Grande Rue de la Guillotière. Eine senegalesische, malische und komorische Präsenz rund um die Rue Paul Bert. Eine seit Langem etablierte chinesische und vietnamesische Gemeinschaft, konzentriert nahe dem Quartier asiatique in der Rue Pasteur. Alteingesessene Lyoner Arbeiterfamilien in den älteren Gebäuden sowie eine wachsende Schicht jüngerer Lyoner – Studierende, Künstler, Fachkräfte, die aus der Presqu'île verdrängt wurden – die in den letzten fünfzehn Jahren hergezogen sind. Nur wenige Besserverdienende.

Wie es tagsüber ist

Ein echtes Arbeiterquartier. Die Place Gabriel-Péri ist eine belebte Kreuzung, an der mehrere Métro- und Straßenbahnlinien zusammenlaufen und ständig Fußgängerverkehr herrscht. Die Grande Rue de la Guillotière konzentriert den dichtesten maghrebinischen Handel in Lyon – Bekleidungsgeschäfte, Juweliere, Bäckereien mit Makroud und Kalb el Louz, dutzende kleine Restaurants mit Couscous und Tajine. Der Marché Forain de la Guillotière am Cours Gambetta findet täglich vormittags statt und ist einer der besten Frischemärkte Lyons. Die Seitenstraßen – Rue Bechevelin, Rue Béchevelin, Rue Sébastien Gryphe – sind eher Wohnstraßen.

Wie es abends ist

Lebendig, aber bodenständiger als die Presqu'île. Nordafrikanische und afrikanische Restaurants haben bis Mitternacht geöffnet. Bars am Cours Gambetta und an den Quais du Rhône (dem Flussufer auf der Seite der Guillotière) füllen sich ab 19 Uhr. Der sonntägliche Markt mit maghrebinischen und afrikanischen Produkten reicht bis in den frühen Nachmittag. Die Atmosphäre ist gemischt, unprätentiös und weit weniger touristisch geprägt als das Vieux Lyon.

Fortbewegung

Die Métro-Linie D verläuft am westlichen Rand des Quartiers (Haltestellen Guillotière und Saxe-Gambetta) und verbindet direkt mit Bellecour und dem Vieux Lyon in drei bis fünf Minuten. Die Straßenbahn T1 durchquert das Quartier auf seiner Nord-Süd-Achse von Perrache bis zum Part-Dieu. Zu Fuß erreichbar sind die Presqu'île (über die Pont de la Guillotière) und die Berges du Rhône. Radfahren ist einfach – das Quartier ist flach und die Vélo'v-Stationen liegen dicht beieinander.

Essen und Einkaufen

Die Gastronomie gehört zu den vielfältigsten Frankreichs. Maghreb: dutzende Couscous- und Grillrestaurants entlang der Grande Rue, dazu hervorragende tunesische und marokkanische Konditoreien. Afrika: senegalesische, malische und ivorische Adressen verteilt über die Seitenstraßen. Asien: das Quartier asiatique rund um die Rue Pasteur vereint chinesische, vietnamesische, kambodschanische, laotische und thailändische Restaurants sowie große asiatische Supermärkte (Paris Store). Daneben stehen klassische französische Boulangeries und Bistros. Für den Lebensmitteleinkauf gibt es dutzende kleine Épiceries de quartier mit langen Öffnungszeiten sowie den üblichen Carrefour Market und Lidl. Der Marché Forain am Cours Gambetta ist der soziale Mittelpunkt.

Wann man es besser meiden sollte

Wer Ruhe sucht, ist in La Guillotière falsch – das Viertel ist von früh morgens bis spät in die Nacht belebt, mit Menschenmassen auf dem Wochenendmarkt und Barlärm. Wer makellose Straßen erwartet, wird enttäuscht sein – das Quartier hatte immer wieder Probleme mit der Müllentsorgung, und der öffentliche Raum wird stark genutzt. Wer auf Kleinkriminalität oder sichtbaren Drogenhandel empfindlich reagiert, sollte wissen, dass beides vorkommt, besonders in der Nähe der Place Gabriel-Péri und auf bestimmten Abschnitten der Grande Rue, auch wenn sich das Quartier im Großen und Ganzen gefahrlos zu Fuß erkunden lässt. Der Tourismus hat zugenommen, und einige Straßen haben begonnen, sich aufzuwerten. La Guillotière ist am besten für Menschen, die ein echtes, multikulturelles und lebendiges Quartier nahe dem Stadtzentrum suchen – und eine Gemeinschaft genießen, die draußen lebt und über alle Küchen hinweg zusammenkommt.

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