Wohnen in Hellersdorf, Berlin
Die östliche Erweiterung Marzahns. DDR-Plattenbau, riesige Parks, Preise unter den niedrigsten Berlins. Familienviertel, in langsamer Aufwertung.
Geschichte und Identität
Hellersdorf wurde in den letzten Jahren der DDR zwischen 1980 und 1989 als dritte große Plattenbau-Zone Ostberlins nach Marzahn und Hohenschönhausen entwickelt. Auf ländlichem Boden errichtet, sollte es 100.000 Menschen in 42.000 Fertigteilwohnungen in 6-, 11- und 18-stöckigen Blöcken beherbergen. Der Mauerfall kam, als die Planung noch in der Fertigstellung war, und Hellersdorf fand sich plötzlich mit einer "sozialistischen" Identität in einer nicht mehr sozialistischen Welt wieder. In den 90ern litt es unter Arbeitslosigkeit und Abwanderung. In den letzten 20 Jahren hat die Stadt viel investiert: Die Plattenbauten wurden saniert und verschönert, Parks, Kitas und Schulen hinzugefügt. Zusammen mit Marzahn bildet es den Bezirk Marzahn-Hellersdorf.
Was dich erwartet
Gut gepflegte Plattenbauten, in Pastelltönen neu gestrichen, mit großen Grünflächen zwischen den Gebäuden. Die Dichte ist niedrig im Vergleich zu anderen europäischen Plattenbau-Zonen. Breite Straßen, Radwege, Spielplätze, Supermärkte. Die Bewohnerschaft ist überwiegend deutsche Arbeiterklasse, mit einer großen Russlanddeutschen-Community und postsowjetischer Einwanderung, einigen jüngeren syrischen und afghanischen Familien (2015-2020 untergebrachte Geflüchtete) und einer kleinen Welle Junger, die wegen der sehr niedrigen Preise herzieht. Kiezleben, kaum Tourismus.
Verkehr
U-Bahn U5 (Cottbusser Platz, Hellersdorf, Louis-Lewin-Straße, Hönow Endhaltestelle). Straßenbahnen M6, 18. Busse 195, 197, 269. Alexanderplatz in 30 Minuten mit der U5. Hervorragend fürs Fahrrad: breite Radwege entlang des Wuhletals.
Was du im Viertel machen kannst
Schloss Hellersdorf (eigentlich ein restauriertes Gutshaus) am Rand, Bezirksgeschichtsmuseum. Wuhletalwanderweg — Weg entlang der Wuhle, die Marzahn von Hellersdorf trennt, mit Wiesen, Bäumen, Brücken, Spielplätzen. Kienberg (mit dem Aussichtsturm Wolkenhain), über die Gärten der Welt mit Marzahn verbunden — einer der höchsten Punkte Berlins, 360°-Sicht. Helle Mitte, Einkaufs- und Dienstleistungszentrum als Herz des Bezirks. Kulturforum Hellersdorf für Konzerte und Veranstaltungen. Pyramide, ikonischer DDR-Bau. Wochenmarkt am Albert-Kuntz-Platz.
Für wen es ideal ist
Familien und junge Berufstätige, die niedrige Preise und Platz suchen (die Wohnungen sind groß), Studenten, die bezahlbare Mieten wollen, alteingesessene deutsche Bewohner und Neuankömmlinge, die das Netz öffentlicher Dienstleistungen und Schulen schätzen. Weniger geeignet für jene, die historische Atmosphäre, Gourmetrestaurants, Nachtleben, internationale Atmosphäre suchen.