Hamburg·Stadt wechseln

Leben in Eppendorf, Hamburg

WG-Zimmer Leben in Eppendorf, Hamburg - direkt von privat, ohne Makler - Hamburg

Hamburgs ältestes Dorf, das sich zu einer der edelsten Adressen entwickelt hat. Die Alster auf der einen Seite, das Universitätsklinikum auf der anderen und ein Westende, das von keiner Bahn aus schnell zu Fuß zu erreichen ist.

Eppendorf liegt westlich der Alster im Bezirk Hamburg-Nord, dessen Bezirksamt hier seinen Sitz hat, und zählt auf 2,7 Quadratkilometern rund 25.000 Einwohner. Es wird erstmals 1140 als Eppenthorp urkundlich erwähnt, ist damit Hamburgs ältestes Dorf, und fast nichts daran ist günstig. Zwei Dinge prägen den Alltag: das Universitätsklinikum im Westen und das Wasser im Osten.

Was es ist

Ein altes Dorf, das zu einem wohlhabenden Wohnviertel wurde. Die Pfarrkirche St. Johannis, erstmals 1267 erwähnt, steht noch heute an der Alster, und das Straßenbild rund um die Eppendorfer Landstraße und den Eppendorfer Marktplatz folgt dem alten Dorfkern. Drumherum finden sich Blockbebauung aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, Villen am Wasser und eine ungewöhnlich große Zahl karitativer Stiftungen auf parkähnlichen Grundstücken, darunter das Kloster St. Johannis, das Jenischstift und das Stift Anscharhöhe. Die Alster bildet die östliche Grenze zu Winterhude, der Isebekkanal die südliche zu Harvestehude, und eine Güterbahnstrecke die nördliche zu Groß Borstel und Alsterdorf, wo die Tarpenbek in den Eppendorfer Mühlenteich mündet. Das 1884 gegründete und seit 1934 als Universität geführte Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf belegt im Westen ein eigenes Campusgelände und gehört zu den größten Arbeitgebern der Stadt.

Wer hier wohnt

Älter, wohlhabender und deutscher als fast überall sonst in Hamburg. Ausländische Staatsangehörige stellen unter 12 Prozent, stadtweit sind es etwa 21 Prozent, die Arbeitslosigkeit liegt bei knapp der Hälfte des Stadtdurchschnitts, und das durchschnittliche zu versteuernde Einkommen liegt weit über dem Hamburger Wert. Haushalte zählen im Schnitt 1,6 Personen, deutlich weniger als im Stadtmittel, es handelt sich also um ein Viertel mit Ein- und Zweipersonenwohnungen: Berufstätige, Ärztinnen und Ärzte, Klinikpersonal, Akademiker, ältere Bewohner, die seit Jahrzehnten hier leben, und eine Mehrheit von Frauen unter den Einwohnern. Studierende und Auszubildende am Klinikum wohnen durchaus hier, allerdings in den Wohnungen, die noch niemand saniert hat, und die sind schnell vergeben.

Wie es tagsüber ist

Wohlhabend und ruhig. Die Eppendorfer Landstraße ist die Flaniermeile, eine Reihe von Boutiquen, Cafés, Feinkostläden und kleinen Lebensmittelgeschäften statt Ketten, mit dem Eppendorfer Marktplatz als Angelpunkt und einem Wochenmarkt dort. Das Klinikumsgelände bringt im Westen einen Arbeitsrhythmus aus Schichtwechseln und Krankenwagen. Das Grün ist für einen dicht bebauten innerstädtischen Stadtteil ungewöhnlich gut: der Hayns Park mit seiner kleinen klassizistischen Rotunde und Spielplätzen, der Eppendorfer Park beim Klinikum mit einem Abenteuerspielplatz, der Kellinghusenpark neben dem U-Bahn-Damm, der Seelemannpark an der Alster neben St. Johannis und der Mühlenteich am oberen Ende, der seit 1957 das Winterquartier der Alsterschwäne ist. Das Holthusenbad, ein von Fritz Schumacher entworfenes und zwischen 1912 und 1914 erbautes öffentliches Bad, hat ein Freibecken, das ganzjährig geöffnet ist.

Wie es abends ist

Ruhig, mit Restaurantbetrieb. Die Leute essen hier auswärts und gehen dann nach Hause; die Bars an der Eppendorfer Landstraße und am Lehmweg füllen sich früh und leeren sich bis Mitternacht, eine Clubszene gibt es praktisch nicht. Die Straßen sind gut beleuchtet, gepflegt und sicher zu Fuß. Wer eine lange Nacht möchte, nimmt die U3 nach Süden Richtung Schanze oder die U1 in die Innenstadt und fährt mit dem Nachtbus zurück.

Wie man sich fortbewegt

Entscheidend ist, wo die U-Bahn nicht hält. Der Kellinghusenstraße, mitten im Stadtteil, ist ein echter Knotenpunkt: U1 und U3 treffen sich dort mit abgestimmten Anschlüssen, sodass man sowohl den Alsterring als auch die nördlichen Vororte ohne zweimaliges Umsteigen erreicht. Doch die Station Eppendorfer Baum liegt gar nicht in Eppendorf, sondern jenseits des Isebekkanals in Harvestehude, und Hudtwalckerstraße, Sierichstraße und Lattenkamp liegen alle jenseits des Wassers in Winterhude. Alles westlich der Bundesstraße 433 ist mehr als zehn Gehminuten von einem Bahnsteig entfernt und fährt stattdessen mit Bussen: sechs Tageslinien und zwei Nachtlinien halten am Eppendorfer Marktplatz. Der östliche Teil von Eppendorf ist also hervorragend angebunden, der westliche mit dem Klinikum dagegen nicht. Der Ring 2, der die Bundesstraßen 5 und 433 führt, durchschneidet den Stadtteil und ist stark befahren. Mit dem Rad entlang der Alster in die Innenstadt braucht man etwa 25 Minuten, und das ist einer der besseren Arbeitswege der Stadt.

Essen und Einkaufen

Klein, gut und teuer. Die Eppendorfer Landstraße und der Eppendorfer Weg bieten Bäckereien, Käsehandlungen, Fischhändler, Metzgereien, Weinhandlungen und eine dichte Reihe von Cafés und Restaurants; der Markt auf dem Eppendorfer Marktplatz umfasst auch einen Bio- und Regionalmarkt. Supermärkte gibt es, Discounter dagegen kaum, und die Preise für Alltagslebensmittel liegen über dem, was man in Barmbek oder Altona zahlt. Der Isemarkt, der große Wochenmarkt unter dem U3-Viadukt, ist mit der Bahn kurz oder zu Fuß etwa zwanzig Minuten südlich am Kanal entlang erreichbar.

Wann man es besser lässt

Wenn man ein günstiges Zimmer braucht, wenn man nach Mitternacht Leben auf der Straße sucht oder wenn man im Westen ankommt, ohne den Busfahrplan geprüft zu haben. Eppendorf gehört zu den teuersten Wohnstadtteilen Hamburgs: Man zahlt deutlich mehr als in Barmbek, Altona-Nord oder Wilhelmsburg und auch mehr als in Eimsbüttel. WGs sind knapp, weil die Haushaltsstruktur hier aus Singles und Paaren besteht und nicht aus Wohngemeinschaften, sodass die Konkurrenz um die wenigen Zimmer groß ist und nicht saisonabhängig. Der Stadtteil ist für Menschen in den Zwanzigern bis zur Langeweile ruhig, der Verkehr auf dem Ring 2 ist dort, wo er vorbeiführt, laut, und die Klinikumsseite des Stadtteils ist funktional statt schön.

Die richtige Wahl ist er, wenn man am UKE oder in den Freien Berufen arbeitet, Wasser, Parks und gute Schulen will und sich eine ruhige Adresse leisten kann. Die falsche, wenn man ein Studentenbudget hat oder nach einem Ausgehabend zu Fuß nach Hause gehen möchte. Für das gleiche Lebensgefühl zu etwas niedrigeren Preisen schaue man nach Südwesten in die Hoheluft-West und Hoheluft-Ost; für dasselbe Wasser mit mehr Betrieb nach Osten über die Alster nach Winterhude; für Zimmer in WGs und deutlich niedrigere Mieten weiter nach Osten nach Barmbek-Süd.

Finde ein Zimmer in Eppendorf