Wohnen in Friedenau, Berlin
WG-Zimmer Wohnen in Friedenau, Berlin - direkt von privat, ohne Makler - Berlin
Bürgerliches und literarisches Viertel im Berliner Westen: baumbestandene Straßen, harmonische Plätze und eine lange Tradition von Schriftstellern. Ruhig, geordnet, gut angebunden.
Friedenau ist eine der ruhigsten und vornehmsten Ecken im Berliner Westen, ein Ortsteil des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, eingebettet zwischen Schöneberg, Wilmersdorf und Steglitz. Es ist ein Ende des 19. Jahrhunderts am Reißbrett geplantes Viertel mit baumbestandenen Straßen, eleganten bürgerlichen Altbauten und harmonischen Plätzen wie dem Renée-Sintenis-Platz, dem Friedrich-Wilhelm-Platz und dem Breslauer Platz, an dem das Rathaus Friedenau steht. Es hat eine solide literarische Tradition: Günter Grass und Uwe Johnson wohnten Tür an Tür in der Niedstraße, und Max Frisch lebte in der Sarrazinstraße. Wer Stille, Ordnung und Grün sucht, ohne sich zu weit vom Zentrum zu entfernen, findet das hier.
Wer hier wohnt
Eine stabile, gehobene mittlere Bevölkerung: alteingesessene deutsche Familien, Berufstätige, Akademiker, einige Künstler und ein guter Anteil älterer Menschen, die seit Jahrzehnten in derselben Wohnung leben. Es ist ein bürgerliches und ruhiges Viertel, weniger jung und weniger international als Kreuzberg oder Neukölln. Studenten und Erasmus-Leute gibt es, aber sie sind eine Minderheit, die die Ruhe statt des Trubels wählt.
Wie es tagsüber ist
Gelassene und zivile Tage. Der Wochenmarkt am Breslauer Platz, seit 1881 aktiv und als ältester Berlins geltend, findet mittwochs, donnerstags und samstags statt. Die Plätze sind gepflegt, es gibt Bäckereien, Cafés und kleine Läden, und an Grün mangelt es nicht. Der Renée-Sintenis-Platz mit der berühmten Skulptur des grasenden Fohlens ist ein gutes Beispiel für die maßvolle Atmosphäre des Viertels: kein Chaos, viel Anstand.
Wie es abends ist
Abends ist es still. Friedenau ist kein Viertel für Clubs oder Nachtlokale: Man findet Osterien, ein paar Weinbars, Restaurants von gutem Niveau, die zu einer vernünftigen Zeit schließen, und sonst wenig. Wer wirklich ausgehen will, fährt nach Schöneberg oder Richtung Zentrum, wenige Minuten mit der U-Bahn. Für alle, die nach Arbeit oder Studium Ruhe suchen, ist genau das die Stärke.
Sich bewegen
Die U9 durchquert das Viertel mit den Haltestellen Friedrich-Wilhelm-Platz und Walther-Schreiber-Platz (Letztere an der Grenze zu Steglitz). Am Nordwestrand verbindet der Bahnhof Bundesplatz die U9 mit der S-Bahn-Ring (S41, S42, S46), sehr praktisch, um die Stadt im Kreis zu umfahren, ohne durch das Zentrum zu müssen. Mehrere Buslinien vervollständigen die Verbindungen. Keine Tram, die in Berlin fast nur die Viertel des ehemaligen Ostens bedient.
Essen und einkaufen
Zum Einkaufen gibt es flächendeckend Supermärkte (Rewe, Edeka, Aldi, Lidl), dazu den Markt am Breslauer Platz für Frisches. Das gastronomische Angebot ist solide, aber nicht außergewöhnlich: deutsche, italienische Küche, einige Asiaten, Bäckereien und Kiezcafés. Es ist ein Ort, an dem man auf unaufdringliche Weise gut isst, kein Ziel für Foodies.
Wann NICHT wählen
Wenn du Nachtleben, alternative Szene oder ein sehr junges und internationales Umfeld suchst, wird dir Friedenau zu eng: Es ist residenziell und ruhig, streckenweise verschlafen. Auch wer das Zentrum zu Fuß erreichen will, fährt besser woanders, denn hier ist man auf die Öffentlichen angewiesen. Und die Mieten sind, wie im ganzen bürgerlichen Westen, nicht zu den günstigsten zu zählen.
Friedenau ist die richtige Wahl für alle, die Ruhe, Grün und ein gepflegtes Viertel an erste Stelle setzen und dafür ein stilles Abendleben und ein paar Minuten mehr Anfahrt in Kauf nehmen.