Leben in Altstadt-Süd, Köln

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Südlich von Dom und Innenstadt liegt die Südstadt, das Veedel, das Kölner ihren Erstbesuchern zuerst empfehlen – Cafés in der Severinstraße, der Volksgarten, der Chlodwigplatz, Altbauten in ruhigen Straßen und eine Cafékultur, die in der Stadt ihresgleichen sucht.

Die Südstadt – „Südstadt“ eben – ist das lange Viertel südlich der Innenstadt, zwischen Rhein und Stadtwald (Kölns Stadtwald weiter südlich). Sie entstand im 19. Jahrhundert außerhalb des mittelalterlichen Severinstors (das noch heute am Chlodwigplatz steht), und ihr Grundriss spiegelt die Stadterweiterung der 1880er-Jahre wider: lange, gerade Straßen, große Blöcke gründerzeitlicher Altbauten mit Stuckfassaden und Innenhöfen, die langen Achsen der Severinstraße und Bonner Straße, die nach Süden führen. Die südliche Grenze geht allmählich in Bayenthal und Marienburg über.

Wer hier wohnt

Eine echte, aber solide bürgerliche Mischung mit Hang zu Kreativen und Akademikern. Journalisten, Designer, Architekten, Ärzte, Hochschuldozenten, Beamte, Anwälte; eine starke Schicht Studierender der Universität zu Köln (der Hauptcampus liegt in Lindenthal, doch viele Studierende wohnen hier); ein mäßiger Anteil an Familien mit schulpflichtigen Kindern; ausländische Fachkräfte auf mehrjährigen Aufenthalten, besonders in Medien und Kulturbranche. Die internationale Mischung ist breit – die Südstadt ist das Veedel, das Neuankömmlingen am häufigsten empfohlen wird.

Wie es tagsüber ist

Die Südstadt ist berühmt für ihre Cafékultur. Severinstraße, Alteburger Straße, Trajanstraße und Bonner Straße beherbergen Dutzende Cafés, die sich von morgens bis abends füllen – Hallmackenreuther, Heinemann, Café Sehnsucht, Quincaillerie. Der Chlodwigplatz bildet das nördliche Ende, mit dem mittelalterlichen Severinstorburg als Mittelpunkt und einem Samstagsmarkt, der Besucher aus der ganzen Stadt anzieht. Der Volksgarten westlich der Bonner Straße ist ein beliebter Park aus dem 19. Jahrhundert mit See und Biergarten. Die Rheinuferpromenade am Rheinauhafen (etwas nördlich) und das Schokoladenmuseum bieten Spaziergänge am Fluss. Die Severinsbrücke bringt Sie in fünf Minuten nach Poll auf die rechte Rheinseite.

Wie es abends ist

Eines der lebendigsten Veedel Kölns am Abend, aber lebendig auf Café- und Barart statt Clubart. Die Cafés in der Severinstraße und Alteburger Straße werden nach 19 Uhr zu Bars. Lichtenberg, Toller Hecht, Limes und Bei Oma Kleinmann (das legendäre Schnitzel-Lokal) haben bis Mitternacht oder länger geöffnet. Der Biergarten im Volksgarten füllt sich an Sommerabenden. Zum Feiern zieht es die Bewohner nach Norden ins Belgische Viertel und zum Friesenplatz; zu Karneval hat die Südstadt eines der beliebtesten Straßenfeste der Stadt.

Mobilität

Die Stadtbahnlinien 15 und 16 halten am Chlodwigplatz, an der Ulrepforte und am Eifelwall. Der Hauptbahnhof ist mit der Stadtbahn acht Minuten entfernt, der Dom neun. Radfahren ist hervorragend – flach, gut ausgeschildert, die Bonner Straße und Severinstraße haben durchgehende Radwege. Die Rheinpromenade ist für die meisten Straßen eine Fünf-Minuten-Gehstrecke entfernt. Der Flughafen Köln/Bonn ist mit Stadtbahn und S-Bahn in fünfundzwanzig Minuten erreichbar.

Essen und Einkaufen

Der Samstagsmarkt am Chlodwigplatz ist das wöchentliche Highlight. Für den Einkauf: Rewe, Edeka und mehrere Biomärkte in der Severinstraße und Bonner Straße. Die Bäckereien sind traditionell – Heisterbach, Merzenich. Die Restaurants decken die ganze Bandbreite ab: Brauhäuser (Em Krützche, Pannekoochrad nahe der Severinstraße) für Kölsch und rheinische Küche; italienische Lokale (Pizzeria del Sole, die legendäre Salumeria in der Severinstraße); libanesische, vietnamesische, japanische und indische Küche; Bei Oma Kleinmann für das legendäre Schnitzel; überall Brunch-Lokale. Die Ecke am Severinstor und die Bonner Straße konzentrieren das meiste.

Wann man sie besser meidet

Wenn Ihr Budget sehr knapp ist: Die Mieten in der Südstadt gehören zu den höchsten der Stadt – die Gentrifizierung läuft seit zwei Jahrzehnten stetig. Wenn Sie eine junge Clubszene mit Techno praktisch vor der Haustür wollen, sind das Belgische Viertel und der Friesenplatz dichter bebaut. Wenn Sie das ruhige Gefühl eines Dorfes suchen, ist die Südstadt zu lebendig – der abendliche Betrieb in der Severinstraße reißt nicht ab. Wenn Sie klassischen Luxus-Altbau mit Mansarden und Gärten wollen, bietet Marienburg weiter südlich mehr davon.

Die Südstadt ist die richtige Wahl, wenn Sie das beliebteste Wohnveedel Kölns wollen, mit Cafés an jeder Ecke, Volksgarten und Rhein in Gehweite, Altbauten mit hohen Decken und einem Abendrhythmus, der lebendig, aber erwachsen ist. Für Medienschaffende, Designer, Wissenschaftler, Journalisten und fast alle, die das sanfte Köln erleben wollen, ist sie die klare erste Empfehlung.

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