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Borgfelde

Foto: Ajepbah, CC BY-SA 3.0 de, Wikimedia Commons

Leben in Borgfelde, Hamburg

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Hamburgs kleiner, zentral-östlicher Wohnstadtteil zwischen Berliner Tor, Hohenfelde und Hamm. Gründerzeitwohnungen, ein ruhiger Wohnalltag und eine besonders günstige Nische knapp außerhalb des Stadtkerns.

Borgfelde ist ein kleiner Stadtteil östlich des Hauptbahnhofs, zwischen Berliner Tor, Hohenfelde und Hamm. Der Name geht auf ein mittelalterliches Borgfeld (das Burgfeld) zurück, ein Grenzgebiet außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern. Das Viertel entwickelte sich Ende des neunzehnten Jahrhunderts als Arbeiter- und untere Mittelschicht-Wohnerweiterung entlang der Bahntrasse, mit den typischen Hamburger Gründerzeit-Mietshäusern. Der alliierte Luftangriff von 1943 beschädigte Teile Borgfeldes; der Wiederaufbau nach dem Krieg verband Instandsetzung mit bescheidenem Neubau. Heute ist Borgfelde einer der ruhigeren inneren Ostteile Hamburgs. Viele Neuankömmlinge übersehen es zugunsten des bekannteren Hohenfelde, Uhlenhorst oder Eilbek, bietet aber eine ähnliche Lebensqualität zu etwas günstigeren Mieten.

Wer hier lebt

Eine etablierte Mittelschicht-Gemeinschaft. Langjährige Hamburger Akademikerfamilien (eher Mittelschicht als gehobene Mittelschicht im Vergleich zu Hohenfelde oder Rotherbaum), Studierende der Universität Hamburg und der HAW Hamburg in den kompakteren Wohnungen, Berufstätige in den nahen Bürovierteln (Hammerbrook, Hauptbahnhof), eine erhebliche türkische und osteuropäische Community, Familien mit schulpflichtigen Kindern sowie eine moderate internationale Expat-Schicht. Die Bevölkerung ist gemischt und stabil, mit hoher Wohndauer. Weniger unternehmensbedingte Fluktuation als in den zentralen Neubauten.

Wie es tagsüber ist

Ruhig und wohnlich. Morgens sind die Hammer Steindamm, die Beethovenstraße und die umliegenden Straßen ein Strom von Berufstätigen, die zu den Büros im Zentrum eilen, Eltern, die Kinder zu den verschiedenen Grundschulen bringen, und Cafés und Bäckereien, die früh öffnen. Die Cafés am Hammer Steindamm – einige traditionelle Arbeiterbäckereien und ein paar designorientierte Cafés, die in den letzten Jahren dazugekommen sind – geben den Takt vor. Der Lohmühlenpark am westlichen Rand ist eine kleine, aber angenehme Grünfläche. Die Beethovenstraße und die umliegenden baumbestandenen Straßen laden zum Spazieren ein. Touristen gibt es praktisch keine.

Wie es abends ist

Gedämpft und lokal. Einige Kneipen, türkische Restaurants und moderne italienische Trattorien am Hammer Steindamm und an der Berliner Allee ziehen ein Nachbarschaftspublikum an. Gegen 23 Uhr werden die Straßen ruhig. Das Hamburger Nachtleben von Schanze, St. Pauli oder St. Georg ist 5 bis 10 Minuten mit der U-Bahn entfernt. Die Außenalster und die Aperitivo-Meile am Mundsburg liegen zehn Gehminuten nördlich. Sommerabende im kleinen Beethovenpark und am Alsterufer gehören zum Borgfelder Ritual.

Verkehrsanbindung

Ausgezeichnet. Die U1-Haltestellen Lohmühlenstraße und Wartenau bedienen die Hauptachse; die U2/U3 am Berliner Tor liegt am westlichen Rand. Die S-Bahn am Berliner Tor (die Ostastlinien S1 und S2) und am Landwehr (S1) am östlichen Rand bedient den Regionalverkehr. Buslinien verlaufen entlang des Hammer Steindamms und der Berliner Allee. Zu Fuß sind es 12 Minuten zum Hauptbahnhof und 10 Minuten zum Ufer der Außenalster. Die Radinfrastruktur wurde entlang der Veloroute-Korridore verbessert.

Essen und Einkaufen

Die Gastronomie ist preisbewusst und durchschnittlich. Türkische Imbisse und Restaurants am Hammer Steindamm (einige ausgezeichnet), moderne italienische Lokale (die Schwesterlokale von Da Mario, mehrere Trattorien), griechische Restaurants, die lokalen Bäckereien und Konditoreien. Der Wochenmarkt am Mundsburg (im angrenzenden Eilbek) bietet donnerstags und samstags frische Produkte. Für den Lebensmitteleinkauf gibt es Edeka am Hammer Steindamm, Rewe an der Berliner Allee, Aldi und Lidl in den Randstraßen, mehrere türkisch-mediterrane Lebensmittelhändler und die Metzgerei Vinzenz Murr.

Wann man es lieber lässt

Wenn Sie eine Adresse mit hohem Prestige oder zentrale Großstadtdynamik suchen. Borgfelde ist klar mittelschichtig geprägt – weniger gepflegt als Hohenfelde oder Uhlenhorst, weniger bekannt als Eilbek, und die Wohnblöcke haben weniger vom Postkarten-Charme der Gründerzeit als Rotherbaum. Der architektonische Charakter vereint Bauten aus den 1880er bis 1910er Jahren mit Nachkriegswiederaufbau, statt aus einer einheitlichen Epoche zu stammen. Einige Straßen nahe den Bahngleisen und dem Korridor des Hammer Steindamms sind verkehrsbelastet. Die unabhängige Gastro-Szene ist dünner als in den Nachbarvierteln.

Borgfelde eignet sich besonders für junge Berufstätige oder Familien, die zentrale Erreichbarkeit zu etwas niedrigeren Mieten als in Hohenfelde oder Eilbek suchen, für internationale Neuankömmlinge, die die etablierte türkische und osteuropäische Community schätzen, für Akademiker an der Universität Hamburg oder der HAW, die ein paar Haltestellen pendeln, und für Bewohner, die den gesetzten mittelschichtigen Rhythmus Hamburgs schätzen, ohne die Preise der gehobenen Mittelschicht zu zahlen. Die Mieten liegen für vergleichbare Wohnflächen deutlich unter denen in Hohenfelde, Uhlenhorst und Eilbek – Borgfelde ist eine der besseren Wertanlagen unter Hamburgs zentrumsnahen Vierteln.

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