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Leben in Valencia, Spanien

Alquiler de habitación en piso compartido Valencia - sin agencia

Was Sie wissen sollten, wenn Sie nach Valencia ziehen: wie Mietverträge funktionieren, der empadronamiento, die NIE, die Anmeldung beim Servicio Valenciano de Salud, die Fahrkarten für MetroValencia und Valenbisi sowie wie sich Ciutat Vella, Russafa, El Cabanyal und die übrigen barrios voneinander unterscheiden.

Valencia ist nicht nur Paella und die Ciutat de les Arts. Für Menschen, die tatsächlich hierherziehen, ist es die drittgrößte Stadt Spaniens: mittelmeerisch, zweisprachig (Valencianisch und Spanisch), mit einem Wohnungsmarkt, der sich in den letzten fünf Jahren stark verengt hat, und mit einem Stadtviertel, das man auswählt – das historische Ciutat Vella, das modische Russafa oder das am Strand gelegene El Cabanyal –, und das den Alltag vollständig prägt. Dieser Leitfaden fasst zusammen, was Sie vor der Unterschrift eines contrato de arrendamiento wissen sollten, vom empadronamiento bis zum MetroValencia-Ticket, sowie den Charakter der zentralen Viertel, die die meisten Neuankömmlinge in Betracht ziehen.

Die Stadt in wenigen Sätzen

Valencia ist die drittgrößte Stadt Spaniens, Hauptstadt der Comunitat Valenciana (Valencianische Gemeinschaft) und Heimat von rund 800.000 Menschen innerhalb der Stadtgrenzen sowie etwa 1,6 Millionen im weiteren Ballungsraum. Die Stadt liegt an der Mittelmeerküste an der Mündung des Turia. Der Fluss selbst wurde nach der verheerenden Flut von 1957 nach Süden umgeleitet, und sein früheres Flussbett wurde in den Jardín del Turia verwandelt, einen durchgehenden, 9 km langen Park, der sich durch die Stadt zieht. Die Stadt ist verwaltungstechnisch in 19 distritos gegliedert, die wiederum in barrios unterteilt sind.

Das Klima ist mediterran. Die Sommer sind lang, heiß und schwül; von Juni bis September liegen die Temperaturen regelmäßig über 30 °C, und der aus dem Landesinneren wehende Poniente bringt gelegentlich Hitze von 40 °C. Die Winter sind mild: Tagsüber liegen die Temperaturen bei etwa 15 bis 18 °C, mit gelegentlichen kühlen Phasen, aber selten Frost. Frühling und Herbst sind angenehm warm und ideal für das Leben im Freien. Das Mittelmeer prägt alles: Luftfeuchtigkeit, Seebrise, gelegentliche Herbststürme (die gota fría) und die lange Strandsaison von Mai bis Oktober. Das berühmteste Fest der Stadt, Las Fallas Mitte März, ist zugleich die anspruchsvollste Woche, die man hier erleben kann: wochenlange Feuerwerke, Straßenfeste und das Verbrennen der riesigen Figuren aus Pappe und Papiermaché in der Nacht zum 19. März.

Die Sprache

Valencia ist offiziell zweisprachig. Das Valencianische (valencià), eine regionale Variante des Katalanischen mit eigener politischer und kultureller Identität, ist neben dem Spanischen (castellano) gleichberechtigte Amtssprache. In der Praxis dominiert im zentralen Valencia im alltäglichen Geschäftsleben das Spanische, während das Valencianische in der Verwaltung, in Schulen, auf Beschilderungen und außerhalb der Stadt in den inneren comarcas stärker präsent ist. Die meisten jüngeren Valencianer sprechen beide Sprachen fließend. Die Behörden akzeptieren Formulare in beiden Sprachen, viele offizielle Dokumente sind zweisprachig.

Für fast alles im Alltag reicht Spanisch (Kastilisch) aus. Schon grundlegende Kenntnisse des Valencianischen verändern in manchen Situationen den Umgang miteinander, besonders außerhalb der zentralen Touristenviertel, in Schulen und bei älteren Einwohnern. Englisch wird in Touristengebieten, Restaurants, Hotels und universitären Kreisen weithin verstanden. Valencia gehört zu den spanischen Städten mit den besten Englischkenntnissen bei den unter 40-Jährigen, die Verwaltung arbeitet jedoch im Wesentlichen nur auf Spanisch bzw. Valencianisch.

Ein Zimmer mieten: So funktioniert es

Der Wohnungsmarkt in Valencia hat sich seit 2020 stark verengt, da die Stadt im Tourismus, bei digitalen Nomaden und im Techsektor gewachsen ist. Die Nachfrage übersteigt das Angebot in den zentralen distritos (Ciutat Vella, Eixample, Russafa, El Cabanyal-Canyamelar), und Zimmer in Wohngemeinschaften (pisos compartidos) wechseln schnell den Mieter. Mundpropaganda spielt nach wie vor eine wichtige Rolle.

Der übliche Wohnungsmietvertrag ist der contrato de arrendamiento de vivienda, geregelt durch das Ley de Arrendamientos Urbanos (LAU). Die Mindestlaufzeit beträgt fünf Jahre, wenn der Vermieter eine Privatperson ist (sieben, wenn es sich um ein Unternehmen handelt). Der Mieter kann jedoch nach sechs Monaten mit dreißig Tagen Kündigungsfrist ausziehen. Zimmer in Wohngemeinschaften werden oft mit kürzeren Verträgen vermietet (contratos de habitación oder de temporada), die außerhalb des LAU liegen.

Die fianza (Kaution) ist gesetzlich geregelt: ein Monatsmiete bei unmöblierten Wohnungen, manchmal zwei bei möblierten. Sie muss vom Vermieter bei der regionalen Wohnungsbehörde hinterlegt werden (in Valencia beim Hinterlegungsbüro Servei Valencià d'Ocupació de l'Espai) und wird am Vertragsende zurückerstattet, wenn kein Schaden entstanden ist. Viele Vermieter verlangen zusätzlich ein oder zwei Monatsmieten als aval (Bürgschaft).

Dokumente: empadronamiento und NIE

Zwei Dokumente sind von Anfang an wichtig. Das erste ist der empadronamiento: die Anmeldung beim Ayuntamiento de València, mit der Sie belegen, dass Sie unter einer bestimmten Adresse wohnen. Sie ist kostenlos, kann online mit Termin oder in einer der Juntas Municipals de Districte erledigt werden und erfordert den Mietvertrag oder eine autorització des Eigentümers (titular) sowie einen Eigentumsnachweis und Reisepass oder Ausweis. Die certificat d'empadronament wird danach für fast alles andere benötigt: die NIE, das Sistema Valencià de Salut, die Einschulung und die Verlängerung der Aufenthaltskarte.

Das zweite ist die NIE (Número de Identidad de Extranjero), eine Steuernummer, die allen nicht-spanischen Einwohnern zugeteilt wird. EU-Bürger erhalten die NIE im Rahmen ihrer Bescheinigung über die Anmeldung als Unionsbürger (Certificado de Registro de Ciudadano de la Unión); Nicht-EU-Bürger erhalten sie im Rahmen des Antrags auf eine Aufenthaltskarte. Termine bei der Oficina de Extranjería in Valencia werden über sede.administracionespublicas.gob.es gebucht und waren in der Vergangenheit sehr schwer zu bekommen. Das System hat sich verbessert, aber Geduld ist trotzdem nötig.

Spanien: Was sich für EU-Bürger und Nicht-EU-Bürger unterscheidet

EU-, EWR- und Schweizer Staatsangehörige können ohne Visum nach Spanien übersiedeln. Nach drei Monaten müssen Sie sich als Einwohner anmelden: Buchen Sie einen Termin bei der Oficina de Extranjería und bringen Sie Ihren Reisepass, den empadronamiento, einen Nachweis über eine Krankenversicherung und einen Nachweis ausreichender Mittel mit (einen Arbeitsvertrag, eine Studienbescheinigung oder Ersparnisse). Sie erhalten eine grüne A4-Bescheinigung (kein Kartenformat) und eine NIE. Die Bescheinigung ist unbefristet gültig.

Nicht-EU-Bürger benötigen ein Visum, das sie vor der Ankunft beim spanischen Konsulat in ihrem Heimatland beantragen. Die gängigsten Wege sind das visado de trabajo (Arbeitsvisum), das visado de estudios (Studienvisum), das visado de no lucrativa (für Menschen mit passivem Einkommen und Rentner) und das neuere visado de nómada digital (für digitale Nomaden, also Fernarbeiter mit einem Einkommen oberhalb einer bestimmten Schwelle). Nach der Einreise haben Sie 30 Tage Zeit, bei der Oficina de Extranjería die TIE (Tarjeta de Identidad de Extranjero) zu beantragen.

Die Bürokratie ist langsam, aber letztlich funktionsfähig. Bringen Sie Originale und Kopien jedes Dokuments mit, möglichst übersetzt von einem traductor jurado (vereidigten Übersetzer). Eine Apostille auf Geburts- und Studienurkunden wird häufig verlangt.

Gesundheitsversorgung: Sistema Valencià de Salut

Spanien verfügt über eine allgemeine öffentliche Gesundheitsversorgung. In Valencia ist der regionale Dienst das Sistema Valencià de Salut (SVS), verwaltet von der Conselleria de Sanitat Universal i Salut Pública. Die Leistungen sind umfassend: Hausarzt, Fachärzte, Krankenhaus, Notfallversorgung, Medikamente (mit einer Zuzahlung, die vom Einkommen abhängt), Mutterschaftsleistungen und psychische Gesundheit.

Die Anmeldung erfolgt im für Ihre Wohnadresse zuständigen centre de salut (Gesundheitszentrum), dem Sie automatisch zugeordnet werden, sobald Sie einen empadronamiento und entweder einen Arbeitsvertrag (bei der Seguridad Social angemeldet) oder, für EU-Studenten und Rentner, die EHIC ihrer Staatsangehörigkeit haben. Die Karte, die Sie erhalten, ist die SIP-Karte (Sistema d'Informació Poblacional), die als Gesundheitskarte in der gesamten Comunitat Valenciana gilt.

Private Krankenversicherungen sind weit verbreitet und relativ günstig. Viele Arbeitgeber bieten sie als Zusatzleistung an. Unternehmen wie Sanitas, Adeslas und Asisa dominieren den Markt. Nicht-EU-Einwohner, die noch nicht im öffentlichen System versichert sind, benötigen für den Visumsantrag häufig eine private Versicherung.

Verkehr: MetroValencia, EMT, Valenbisi

Der öffentliche Nahverkehr in Valencia ist vereinheitlicht: Die regionale MetroValencia (betrieben von den Ferrocarrils de la Generalitat Valenciana) umfasst U-Bahn und Straßenbahn, EMT València betreibt die Stadtbusse, und Renfe Cercanías bedient die regionalen Pendlerzüge. MetroValencia hat 10 Linien, die den Großteil der Stadt und der wichtigsten Vororte abdecken. Die Linien L1, L2, L3, L5, L7 und L9 sind herkömmliche U-Bahn-Linien; L4, L6, L8 und L10 sind Straßenbahnlinien, darunter die beliebte Tramlinie L4 zum Strand von El Cabanyal und die L10 zur Ciutat de les Arts und nach Natzaret. L3 und L5 verbinden beide den Flughafen Aeroport de València mit dem Stadtzentrum. L3 durchquert die Stadt von Rafelbunyol im Norden bis zum Flughafen im Westen.

Für alle, die länger als ein paar Wochen bleiben, ist die monatliche Fahrkarte für Metro und EMT der Standard: etwa 36 € für die zentrale Zone A (die gesamte Stadt), auf einer einzigen aufladbaren Karte (Móbilis oder SUMA). Monatskarten für Personen unter 31 Jahren sind stark ermäßigt und kosten etwa 18 €. Einzelfahrten mit der Metro kosten je nach Zone 1,50 bis 2,30 €.

Radfahren ist hervorragend. Valencia ist flach, das Radwegenetz ist seit 2015 enorm ausgebaut worden – auf über 200 km eigene Spuren – und das stationsbasierte Leihradsystem Valenbisi deckt seit 2010 die Innenstadt ab. Das Jahresabo für Valenbisi kostet rund 30 € und gehört zu den besten Angeboten für Leihräder in Europa. Der Jardín del Turia ist eine durchgehende Radroute quer durch die Stadt, die vom Autoverkehr getrennt ist.

Der Flughafen Aeroport de València (Manises) erreichen Sie von der Innenstadt mit der MetroValencia-Linie L3 in etwa 25 Minuten.

Arbeiten und Studieren

Valencias Wirtschaft ist vielfältig. Tourismus und Gastgewerbe sind stark gewachsen. Der Techsektor hat sich rasant ausgeweitet, mit Zentren auf dem Campus der Universidad Politécnica de València (UPV) und rund um die Initiative Distrito Digital. Der Hafen von Valencia gehört zu den größten im Mittelmeerraum und beschäftigt direkt und indirekt Tausende Menschen. Zu den großen Arbeitgebern zählen Ford (Werk im nahegelegenen Almussafes), Mercadona (die dort ansässige Supermarktkette) sowie Familienunternehmen der Familie Roig und Dutzende Start-ups rund um die UPV. Es gibt englischsprachige Stellen, doch außerhalb bestimmter Tech- und Tourismusbereiche wird Spanisch weiterhin vorausgesetzt.

Die beiden wichtigsten öffentlichen Universitäten sind die Universitat de València (gegründet 1499, mit zentralen Campusgeländen in Blasco Ibáñez und im historischen Zentrum) und die Universitat Politècnica de València (UPV, die technische Universität, auf dem Campus Camí de Vera im Nordosten der Stadt, nahe Benimaclet und dem Viertel Tarongers). Die Studiengebühren an öffentlichen Universitäten sind vergleichsweise günstig: etwa 600 bis 900 € pro Jahr für EU-Bachelorstudierende. Nicht-EU-Studierende zahlen je nach Universität und Studiengang etwa das Dreifache.

Alltag: Zeitpläne und Rhythmen

Valencia tickt in mediterranem Tempo. Das Mittagessen ist die Hauptmahlzeit des Tages und wird zwischen 14 und 16 Uhr eingenommen. Viele kleine Betriebe, darunter auch die Junta de Districte, schließen in dieser Zeit für den l'horari de migdia, besonders im Sommer. Das Abendessen findet um 21 oder 22 Uhr statt. Die Terrassen füllen sich ab 19 Uhr. Nachtclubs öffnen um Mitternacht und bleiben am Wochenende bis 6 Uhr morgens geöffnet, besonders im El Carme und rund um die Bar-Meile Carrer de Caballeros.

Der almuerzo valencià, das zweite Frühstück am Vormittag gegen 10 bis 11 Uhr, typischerweise ein Bocadillo oder Esmorzaret mit einem kleinen Bier oder Wein, ist eine valencianische Besonderheit, die in vielen Vierteln den Rhythmus des Tages bestimmt. Die Lokale füllen sich zu dieser Stunde mit Arbeitenden, die eine Pause machen.

Die mediterrane Lebensweise dominiert. Die Strandkultur steht von Mai bis Oktober im Mittelpunkt: Die Strände von El Cabanyal und Malvarrosa sind mit der Straßenbahn in 20 Minuten von der Innenstadt erreichbar. Horchata und Fartons im Horchatería Daniel oder in der Horchatería Santa Catalina sind klassische Nachmittagsstopps. Samstags- und sonntagmittags wird ein Essen rund um die Paella (oder, genauer gesagt, den arròs) zur Institution.

Las Fallas im März (mit der Hauptnacht am 19. März, La Cremà) ist das prägende Fest des Jahres und zugleich die anspruchsvollste Woche, die man hier erleben kann. Tagsüber gibt es Feuerwerk (mascletàs um 14 Uhr auf der Plaça de l'Ajuntament), nächtliche Straßenfeste, eine von Besuchern überfüllte Stadt und um Mitternacht am 19. das Verbrennen der Fallas-Figuren. Die andere große Ruhepause ist der August, wenn viele Einwohner in die Dörfer im Landesinneren oder an die Küste fahren.

Die barrios

Valencia ist in 19 distritos gegliedert, die jeweils in barrios unterteilt sind. Die Unterschiede sind deutlich: Das historische Ciutat Vella (mit Carme, Xerea, Mercat und Seu) ist dicht bebaut und stark touristisch geprägt; der Eixample (mit Russafa und El Pla del Real) ist bürgerlich und zunehmend modisch; die Poblats Marítims (mit El Cabanyal-Canyamelar und El Grau) liegen am Strand und sind historisch, aber bescheiden; die inneren Wohnbezirke (Quatre Carreres, Camins al Grau, Algirós, Benimaclet) sind gemischt; die äußeren distritos sind günstiger.

Die folgenden Viertelporträts behandeln das südliche Quatre Carreres nahe der Ciutat de les Arts, das bohemienhafte Benimaclet, das östliche Camins al Grau und la Creu del Grau, das modische Russafa, das universitätsgeprägte Algirós, das historische Ciutat Vella, das bürgerliche l'Eixample, die am Strand gelegenen Poblats Marítims und darin el Cabanyal-Canyamelar, das Wohnviertel Patraix, das Arbeiterviertel Jesús, das Viertel mit Hochhäusern Montolivet, den Hafen el Grau und das grüne el Pla del Real.

Die Zonen von Valencia

Jede Zone hat ihren eigenen Charakter. Lese die Guides, um die richtige für dich zu finden.

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